Trächtige Ziegen?

Sind die Ziegen schwanger?

Susanne und Ralf bewirtschaften einen Bauernhof in Herzen der Lüneburger Heide. Susanne betreut eine kleine Ziegenherde aus etwa fünfzehn Tieren. Es war Herbst und das Wetter wurde allmählich ungemütlich – nass, kalt und für den Norden typisch stürmisch.

Susanne machte sich seit wenigen Tagen Gedanken um einige ihrer besten Milchziegen. Drei der Tiere verhielten sich anders als gewohnt seit kurzer Zeit und auch ihr Bauch scheint dicker als sonst zu sein. Sie könnten trächtig sein, aber das war so von Susanne gar nicht geplant und ein Ziegenbock befand sich aus diesem Grunde auch nicht in der Herde.

Susanne hatte die Ziegen im Sommer einige Wochen auf eine fremde Wiese gelassen, mit herrlich saftigen Heidekräutern – das verleiht der Milch einen besonders guten Geschmack. Susanne macht mit Vorliebe Käse aus der Milch ihrer Ziegen. Beim melken ihrer Ziegen, fiel ihr die Veränderung am stärksten auf. Waren vielleicht damals auch noch andere Ziegen auf der Weide? Vielleicht ein Ziegenbock?

Eigentlich wollte Susanne keine weiteren Ziegen und sie müsste sie deshalb verkaufen. Aber gleichzeitig würden ihre Pferde in den nächsten Tagen Fohlen erwarten und das würde ihre ganze Aufmerksamkeit fordern.

Susanne wollte nun verständlicherweise wissen wie es um ihre Ziegen stand. Ihr Haustierarzt war noch in Urlaub und den anderen Tierarzt der in Frage kommt, mochte Susanne nicht sonderlich.

Susanne hat ein Pendel, das sie zwar nicht wirklich oft befragt, aber doch zumindest immer dann, wenn sie große Probleme auf sich zukommen sieht. Erst kam sie sich ein wenig komisch vor, da sie zu einer solchen Situation noch nie das Pendel befragt hatte. Sie setzte sich am Abend in ihr Arbeitszimmer und holte das Pendel aus seiner Schatulle, wo es sicher verwahrt bei all den Gegenständen lag, die ihr besonders wertvoll waren.

Wie sollte sie jetzt fragen? Was sie wissen wollte war, ob ihre Ziegen trächtig waren und wenn ja, wie viele Lämmer sie erwarten würde. Sie entschloss sich, für jede ihrer Ziegen gesondert zu fragen. Susanne stellte sich so gut es ging in ihrem Geiste ihre Ziegen vor und versuchte sich so auf sie einzustimmen: wie sie aussahen, wie sie sich anhörten und besonders, was jede von ihnen ganz einzigartig machte und sie jeweils von den anderen Ziegen unterschied.

Bei den beiden ersten Ziegen war die Antwort des Pendels eindeutig und positiv: sie waren beide trächtig und beide mit jeweils drei kleinen Lämmern in „Anmarsch“. Bei der dritten Ziege hatte Susanne ein ungutes Gefühl. Das Pendel machte seltsame Bewegungen, die für Susanne nicht eindeutig waren: mal drehte es sich rechtsherum im Kreis, was für Susanne eigentlich „Ja“ bedeutete. Aber nach etwa einer Pendelschwingung schlingert es seltsam herum und blieb dann kurz darauf still stehen. Susanne fühlte sich auch sehr müde, nach dem sie zu den beiden ersten Ziegen jede Menge neugieriger Fragen gestellt hatte. Es hatte ihr Spaß gemacht und sie war sich bezüglich ihres Pendels auch nie im Zweifel, ob sie ihm vertrauen konnte.

Susanne verpackte ihr Pendel wieder und ging mit der Erwartung ins Bett, dass alle drei Ziegen die sie in Verdacht hatte, trächtig waren.

Nach etwa zwei Wochen war der Tierarzt wieder im Dienst und besuchte Susanne, die ihn schon gespannt erwartete. Er bestätigte zumindest, dass zwei ihrer Ziegen trächtig seien und zwar die beiden Ziegen, zu denen Susanne zuerst das Pendel befragt hatte. Aber die dritte Ziege hatte zwar immer noch einen geschwollenen Bauch, aber nach Meinung des Arztes war dies keine Trächtigkeit sondern musste eine andere Ursache sein.

Susanne war stolz auf sich, dass sie zumindest in zwei Fällen mit dem Pendel richtig lag. Ihre Freude steigerte sich um so mehr, als dann endlich einige Wochen später sechs kleine Lämmer vor ihr standen – drei Lämmer jeweils von einer Ziege.

Tipp

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